ES DARF LEICHT SEIN

Vom Umgang mit Digitalem …

FORTBILDUNGSREIHEN

PROFESSIONELLE LERNGEMEINSCHAFTEN

MEIN FREUND KARL

Mein Freund Karlfried ist ein toller Lehrer. Er mag Kinder wirklich sehr gerne und das merkt man ihm sofort an. Wenn er von Ihnen spricht, leuchten seine Augen und er erzählt lauter wunderbare Dinge über sie. Er kennt Ihre Sorgen und Nöte und hat für jedes Kind ein aufmunterndes Wort. Lernen ist ihm sehr wichtig und er weiß, wie er seinen Schülern echte Erfolgserlebnisse ermöglichen kann.

Als ich Karlfried auf einer gemeinsamen Fortbildung kennenlernte, hatte er  immer sein Tablet dabei, gespickt mit Materialien aus seiner Schule – einer Grundschule –  philosophischen Zitaten, spannenden Videos und allerlei technischer Finessen aus und für den Schulalltag. Notizen wurden ins Tablet eingetragen, selten sah ich ihn einen Füller verwenden. Ich war verwirrt. Wie passte das zusammen? Ich muss dazu sagen, dass ich selbst zwar sehr technikaffin bin, im Primarbereich aber schon immer mehr der Waldorfpädagogik zugetan war. Kinder sollen es noch selbst machen dürfen!!

Es zogen einige Monate und mehrere gemeinsame Fortbildungen ins Land, bis ich es nicht mehr aushielt. Ich musste ihn besuchen! Und ich bin sehr beeindruckt! Seine Schule ist ganzheitlich ausgerichtet, erfolgreich, handlungsorientiert und auch digital state of the art. Übrigens hat er eine ganz wunderbare Handschrit 🙂 Machen Sie sich selbst ein Bild von seiner Arbeit:

Vom Anfang

Am Anfang der Schulstunden sitzen in Karlfried’s Schule die Lehrer/innen zusammen mit den Schülern/innen in einem Kreis. Die Stunde wird besprochen und die Inhalte werden auf einem großen Papierbogen, der für alle gut sichtbar ist, festgehalten. Beim Thema Messen liegt dann z.B. zusätzlich ein Meterstab auf dem Papier, verschiedene Lineale oder eben alles was nützlich ist, um das Thema bildhaft und begreifbar zu machen. (Das ließe sich natürlich auf im Stehen oder an der Tafel, dem Whiteboard, etc. bewerkstelligen…) Nachdem die Fragen geklärt und die Arbeitsaufträge ausgegeben sind, gehen die Schüler/innen an ihren Platz zurück und beginnen mit ihrer Arbeit.

Währenddessen fotografiert Karlfried das Papier (samt allem, was darauf liegt) und wirft es per Beamer an eine Projektionswand. Die Informationen, die gemeinsam mit den Kindern erarbeitet wurden, sind jetzt für alle gut sichtbar. Für sehbehinderte Kinder kann das von sehr großem Vorteil sein, da dies auch – falls vorhanden – auf ihr Tablet / PC gespiegelt werden kann, so dass sie es nach Belieben oder Erfordernis vergrößern können.

Schüler und Lehrer arbeiten

Während die Kinder an ihren Aufgaben sitzen (ganz analog), bearbeitet Karlfried das Ergebnis an seinem Tablet und fügt Aufgaben oder Informationen hinzu. Er fotografiert auch Arbeiten von Schülern und fügt diese in sein  just in time – Arbeitsblatt ein. Das freut die Kinder natürlich! Die Hausaufgabe kann hier auch noch ihren Platz finden. Jetzt wird das Blatt in Klassenstärke an den Netzwerkdrucker gesendet und ausgedruckt, danach gegebenenfalls gelocht und beschnitten. Die Schüler/innen bekommen das Arbeitsblatt am Ende der Stunde ausgeteilt und fügen es ihrem Heft hinzu.

Die Stunde hört auf

Die Stunde hört auf wie überall: man bespricht was getan wurde, was Schwierigkeiten bereitete und was noch ansteht. Die Hefteinträge sehen alle sehr schön und liebevoll gestaltet aus und die Schüler/innen bekommen von ihrem Lehrer/in ein Arbeitsblatt, dessen mühelose Entstehung sie während der Stunde nachvollziehen konnten. Das schafft Achtung und Respekt: der Schulmeister ist glaubwürdig

FAZIT

  • Die Kinder sehen, wie ihr Lehrer arbeitet, erleben ihn als Vorbild. (just in time)
  • Die Herstellung des Blattes gelingt mühelos und hat gegenüber der Tafel den großen Vorteil, dass auch Gegenstände darauf gelegt und mit eingebunden werden können. Natürlich würde das auch mit der Tafel, dem Whiteboard oder in einem stehenden Setting (Lernatelier, etc.) funktionieren.
  • Unterrichtsinhalte sind digital fixiert und erleichtern den Verwaltungsaufwand. Sie können zudem rechtlich unbedenklich publiziert werden, das sie ja keine Urheberrechte verletzen.

Jetzt lässt sich natürlich dagegen einwenden, dass das alles kalter Kaffee ist und diese Möglichkeiten in jedem interaktiven Whiteboard wesentlich umfangreicher abgebildet werden. Das stimmt aber nicht, denn die Schüler/innen erleben ihren Lehrer, wie er von Hand etwas schafft und sich der digitalen Möglichkeiten bedient. Sie werden in gewisser Weise mit alten und neuen Medien versöhnt,

Der größte Vorteil liegt jedoch in der Einfachheit. Diese Art zu arbeiten kann jeder Kollege in einer knappen Stunde erlernen und beherrschen. Die verwendetet Hardware ist leicht zu bedienen und weniger anfällig, als komplexere Systeme. Mit zunehmenden Alter der Schüler wächst natürlich auch eine gewisse digitale Erfahrung, so dass die hier vorgestellte Methode nicht nicht das Ende der Fahnenstange darstellen soll. Für die Sekundarstufen I und II kann dies durchaus als sinnvoller Zwischenschritt hin zu einem methodisch ausgereiften digitalen Unterricht  angesehen werden.

Verwendete Hardware:

  • Tolle Kinder und Eltern, sowie ein wunderbares Kollegium und eine unterstützende Gemeindeverwaltung.
  • Packpapier, Sifte, Ipad Pro, Apple Pencil, Apple TV, Beamer, beliebige Projektionswand
  • Es muss nicht Apple sein. Windows und Android bieten hier sehr gute Alternativen. Zum Streamen eignet sich z.B. Chromecast ganz hervorragend. Es darf und soll leicht sein. Technik muss unterstützen, nicht behindern!!

Danke liebes Kollegium der Grundschule Schönbrunn. Ich habe eine Schule kennenlernen dürfen, die etwas Zauberhaftes ausstrahlt. Kindern wird Hülle geboten und Lehrer/innen sind Vorbilder. Die Kinder arbeiten außerordentlich interessiert und entspannt. In Schönbrunn ist noch viel mehr zu entdecken.

Optimization WordPress Plugins & Solutions by W3 EDGE